Und dann kam es anders!
Gründen ist easy? Der Termin beim Gewerbeamt schon aber dann kommt der Rest! Als Kristin und ich im Januar 2024 unsere GbR ins Leben gerufen haben, dachten wir: Basics erledigen, loslegen, kreativ sein – einfach mal machen, wie man immer so schön sagt! Wir hatten zu Beginn bereits einen Raum in Hannover Linden, der direkt als Firmensitz und Workshop-Location herhalten konnte. Das war schon mal ein großer Haken auf der Checkliste, doch wie so oft steckt der Teufel im Detail – vor allem, wenn aus einer guten Idee ein gemeinsames Business wird. Dinge werden plötzlich zu kleinen Geduldsproben, sobald man sie als GbR und nicht mehr als Einzelkämpfer angeht.
Von Bürokratie und Bankkonten bis hin zu ganz viel Learning by Doing
Klingt einfach: Bankkonto eröffnen, Handynummer besorgen, Webseite bauen. In der Realität sind selbst Kleinigkeiten wie eine Prepaid SIM-Karte plötzlich kleine Zeitfresser und Aufwand – Hooray Post-Ident & Co. Dann noch ein professionelles Fotoshooting für schicke Bilder, obwohl wir beide eigentlich lieber hinter als vor der Kamera stehen – aber egal: Alles fürs Business, damit wir nicht nur in Bastelschürze, sondern auch online eine gute Figur machen.
Besonders spannend dann: Der Bau unserer Website. WordPress und Elementor waren für uns völliges Neuland. YouTube-Tutorials, Probieren, Fluchen – und zum Glück unser Webseiten-Profi Torben von F9, der uns geduldig bei jeder Frage zur Seite stand. Rückblickend können wir sagen: WordPress saugt einen komplett ein – und am Ende eines langen Tages fühlt man sich wie der König der Baustellen. Man wollte eine zu machen und hat 10 neue aufgemacht. Nach acht Wochen Arbeit ging die Seite dann endlich live und wir waren richtig stolz!
Von DIY-Möbeln, Materialschlachten und ersten Workshops
Doch mit der digitalen Infrastruktur allein ist es nicht getan – auch vor Ort brauchte es Liebe zum Detail. Stühle bei Kleinanzeigen gesucht, gefunden und umlackiert. Bürotische und Stühle alle raus aus meinen Büro. Tische gebaut, Trockenblumen, Boxen, Scheren, Klebepistolen gekauft und dekorativ drapiert. Damit das Ganze nicht nur schön klingt und man sieht, das unsere Workshop-Teilnehmer auch echt Spaß haben, haben wir Probe-Workshops mit Freundinnen organisiert. So entstanden die ersten Bilder und vor allem: Echtes Feedback zu unserer Idee und Konzept.
Social Media, Flaute und der fast endgültige Abschied
Die Termine standen, alles war vorbereitet – und dann… kam nichts. Unsere Erwartungen an die Power von Instagram & Co waren wohl etwas zu optimistisch. Content zu erstellen dauerte ewig, brachte aber gefühlt null Output. Die Motivation schwand, der Fokus auch und irgendwann war klar: That’s it baby, wir haben es versucht, aber wir hängen das hier jetzt an den Nagel.
Klar kann man jetzt sagen: Hey, da habt ihr die Werbetools aber noch nicht wirklich ausgeschöpft. Aber wir müssen dazu sagen, unser Budget war begrenzt und noch mehr Kohle (im Zweifel) verbrennen, wollten wir einfach nicht.
Also haben wir im Februar 2025 die GbR rückwirkend zum Jahresende abgemeldet, die Webseite gekündigt, Instagram gelöscht und das war’s dann wohl, oder?
Comeback dank Hochzeiten und ihre Junggesellinnenabschiede
Kaum war das Kapitel abgeschlossen, dachten wir zumindest, kam eine Anfrage rein – für einen JGA-Workshop mit 8 Mädels im März. Und dann noch eine. Und noch eine. Innerhalb weniger Wochen landeten sechs Anfragen für Blumenkranz-Workshops für Junggesellinnenabschiede in unserem Postfach.
Also: Kündigung der Webseite wieder zurückgenommen, Instagram reaktiviert. Die GbR war zwar Geschichte aber unter meinem bestehenden Eventmanagement-Gewerbe konnten wir nahtlos weitermachen. Und siehe da: Seitdem trudeln regelmäßig Anfragen rein und wir freuen uns jedes mal erneut wie Schneeköniginnen über einen Bastel-Workshop, den wir zusammen mit einer Braut und ihrem Bridal Team gestalten dürfen!
Any Learnings? Ooh, YES!
Gründen ist kein Sprint, sondern eher ein lehrreicher Marathon mit vielen Umwegen und Herausforderungen denen man mal souverän, mal kreativ oder ausdauernd begegnen muss. Manchmal hilft es, Dinge loszulassen, um dann ganz unerwartet neuen Schwung zu bekommen. Mut, Geduld, Zuversicht – und ein bisschen Humor – gehören eben einfach dazu.
Eure Kadda & Kristin

